The Fugs: "Septuagenarian In Love" (2003)


Nochmals die Fugs, yeah. Die Fugs sind einfach super. Gegründet wurden sie 1964 von den beiden Poeten Tuli Kupferberg und Ed Sanders. Die erste Besetzung lautete Tuli Kupferberg (Vocals), Ed Sanders (Vocals), Kendell Kardt (Vocals), Ken Weaver (Vocals, Conga), Steve Weber (Guitar, Vocals) und Peter Stampfel (Fiddle, Harmonica, Vocals). Steve Weber und Peter Stampfel waren damals auch als The Holy Modal Rounders in der Popwelt unterwegs. Der Song "Septuagenarian In Love" ist auf dem 2003 bei Artemis Records erschienenen Album "The Fugs Final CD (Part 1)" zu finden. Bei diesem Album bestanden die Fugs aus Tuli Kupferberg, Ed Sanders, Steve Taylor (Vocals, Guitar), Scott Petito (Bass, Guitar, Keyboards) und Coby Batty (Drums, Percussion, Piano, Vocals). Tuli Kupferberg starb 2010 im Alter von 86 Jahren in New York, bei den Aufnahmen zum letzten Fugs-Album "Be Free - The Fugs Final CD (Part 2)" war er noch dabei. Es erschien 2010 beim eigenen Label Fugs Records. Weitere Musiker*innen die im Laufe der Jahre bei den Fugs mitwirkten waren Vinny Leary (Guitar, Vocals), John Anderson (Bass, Vocals), Lee Crabtree (Keyboards, Percussion), Pete Kearney (Guitar, Vocals), John Kalb (Guitar), Jake Jacobs (Guitar, Vocals), Chuck Rainey (Bass), Ken Pine (Guitar, Vocals), Danny Kortchmar (Guitar, Violin), Charles Larkey (Bass), Bill Wolf (Bass, Vocals) und Bob Mason (Drums). Tuli Kupferberg und Ed Sanders waren natürlich immer dabei. Es wird zwar nach dem Tod von Tuli Kupferberg kein neues Fugs-Album mehr geben, aber Ed Sanders, Steve Taylor, Scott Petito und Coby Batty sind noch immer live unterwegs, selten aber doch. Ed Sanders ist ja auch bereits über 80 Jahre alt. Ooh ooh wo-ooh wo / Ooh ooh wo-ooh wo / Each time we have some sex / It almost breaks my balls / Cause I am so afraid / We will not come at all / Each night I ask the stars up above / Why must I be a septuagenarian in love? Richard van Ess schreibt in seinem 2018 erschienenen Buch "Der Underground war amerikanisch - Vorbilder für die deutsche Undergroundpresse": Neben der sozialen Rolle, die den Fugs durch ihr Engagement und ihr Auftreten zugeschrieben wird, ging es also um Inhalte und Texte, die zu ihrem Image von Kritik und revolutionärer Einstellung beitrugen. Dabei ging es beileibe nicht nur um "Fuck" und freie Liebe. Es muss vielmehr bedacht werden, dass sich nicht nur Sänger und Songschreiber Ed Sanders in erster Linie als Dichter sah, sondern auch der bekannte Vietnamkriegsgegner Tuli Kupferberg die Fugs nutzte, um seinen Gedichten eine musikalische Form zu geben. Beider Poeten Gedichte tauchten häufig in der deutschen Undergroundpresse auf und wurden eher als politische Parolen interpretiert denn als Beispiel für die schönen Künste, was sicher in der Intention der Beiden lag. In diesen Gedichten ging es um Nonkonformität und Widerstand gegen das Establishment. Eines der Hauptthemen war dabei die gesellschaftliche Gleichgültigkeit gegenüber der Perversion von Krieg bei gleichzeitiger Verdammung jedweder Andeutung sexueller Handlungen. Ich habe von den Fugs die Alben "Sing Ballads Of Contemporary Protest, Point Of Views And General Dissatisfaction" 1965, "The Fugs" 1966, "It Crawled Into My Hand, Honest" 1968, "Star Peace - A Musical Drama In Three Acts" 1987 und "The Fugs Final CD (Part 1)" 2003 in meiner Sammlung, die beiden erstgenannten wurden später als "The Fugs First Album" und "The Fugs Second Album" wiederveröffentlicht. Außerdem noch "Fugs Live From The 60s" 1994. Ed Sanders: These tapes were recorded in 1965, 1967, 1968 and 1969 in a sense of glee and haste, and we had no idea that they would be of any interest to anybody 28 years later. Otherwise we would have paid more attention to the mix, to the quality of the tape recorder and the placement of microphones. Through the miracle of hard disks and computers we have been able to restore some of the elan and wild energy that seemed to thrill audiences in the 60's. So, here it is, "Fugs Live From The 60s", some tapes from a wild and turbulent era, at the end of a wild century. Yeah, hört euch die Fugs an.

24.08.2026