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Das
fröhliche Wohnzimmer: |
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DAS
FRÖHLICHE WOHNZIMMER lets go
(to the empty town) (6:05) 1986
Dr. Strangelove (Ilse Kilic) D.F.W.-Records + .werkschaft |
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lets go (to the empty town):
ein anflug von einem kinderchor. ein sound wie ein
röhrender hirsch und - bernhard röhrt mit. irgendwoher pfeift
jemand. eine ziemlich nebelige atmosphäre. eine geisterstadt? monitor: instrumental. gitarren, flöten, etwas rhythmus im hintergrund. musik fürs morgengrauen. könnte ewig dauern. the leather clown: immer wieder kurzes und heftiges blechgetrommel. fritz und bernhard kreischen so etwas wie eine melodie und der gitarrenverstärker brummt dazu. der lederclown scheint nichts gutes im sinn zu haben. three hot people on a very hot summer day: dumpfes knarzen und krachen. drei nackte menschen treiben seltsame spiele miteinander und geben unartikulierte laute von sich. die luft flirrt. die zeit scheint bis zum zerreissen gespannt. nichts für schwache nerven und trotzalledem der schönste soundtrack, den ich seid langen gehört habe. this little world: ilse pop erwacht und singt uns ein kleines lied von der kleinen welt. i close my eyes, i close my eyes. sanftes gitarrenschrammeln, kräftiges blechgetrommel und eine leicht überblasene flöte klagt an. protestsound. blue monday: instrumental. viel rhythmisches blech. die gitarre schraubt sich in ungeahnte höhen. der himmel erwacht. die engel greifen zu den flöten. meint blue nun blaumachen oder blues? beides würde passen. histerix grotei gray: fritz und bernhard jodeln aufs schönste. i don’t know what i want to, i don’t know what i know. oder so ähnlich. dann folgt eine rockballade, von bernhard herzzerreissend gesungen. zwei gitarren vollführen einen ausdruckstanz ganz im stile der labanschule und die minimalistischen drums hüpfen munter durchs gebüsch. a perfect scene: und wieder ilse pop. diesmal unheimlich hauchend, beschwörend sprechsingend und etwas verhuscht. die instrumente rufen uns den blauen montag ins gedächtnis. the leather hospital: der garstige lederclown wird ins lederhospital eingeliefert und - ich denke es ist purer sadomasochismus. der lederclown scheint es durchaus zu genießen. electric desire: ilse pop, begleitet von einer etwas hysterischen gitarre und einem leeren ölkanister. gegen schluss beißt jemand in den sauren apfel. ilse pop? talking to no one: nein, doch nicht ilse pop. sie spricht weiterhin in den schönsten tönen zu uns. eine gitarre zirpt, die zweite ersetzt das schlagzeug. unglaublich, aber wahr. fat man: den sauren apfel muss wohl fritz gefressen haben, der nun verzweifelt versucht, es ilse pop gleichzumachen. die schräglage ist zwar enorm, aber mensch kann den einfluss von ilse pop erahnen. weiter so fritz. quite strange: und wieder die wunderschöne stimme von ilse pop. when i was child i liked my birthday. ich auch, liebe ilse. gitarren, schlagwerk und flöten führen ilse pop von einem abenteuer ins nächste. narrow rooms: das nächste abenteuer. es knackst gefährlich im gebälk und die gitarre sägt und sägt. die räume werden enger und enger, aber ilse, fritz und bernhard meistern auch diese gefahr mit bravour. on the way to the south: ab in den sonnigen süden. aber warum so düster, liebes wohnzimmer? eine flöte bringt etwas fröhlichkeit ins spiel. südländische gesänge. eine panne. nein es geht doch weiter. eine wandergitarre geleitet die drei sicher ans ziel. dort stimmt fritz, begleitet von rhythmischem knacksen und knistern, einen gesang an, der zwar nicht ganz und gar als ausdruck von überschäumender freude zu deuten ist, doch fritz ist eben fritz und - da weiß mensch ja nie so genau. das wohnzimmer
steht für mich ganz hoch oben am popolymp. es steckt voller abenteuer
und - fröhlicher leichtigkeit, auch in den traurigsten und düstersten
momenten. ja, es knabbert genüsslich an den kommerzverstopften ohren.
so soll pop immer sein, so ist das wohnzimmer immer. ohren auf, das wohnzimmer
ist da, sagt euer konrad. |