Das fröhliche Wohnzimmer:
Look Out, There's A Monster Coming
CD 1986, Euro 5,-


 

 

DAS FRÖHLICHE WOHNZIMMER
Look Out, There's A Monster Coming

the terrifying transylvanian trek (4:10)
allright-allwrong (2:37)
pleasure zone (4:08)
cum on feel the noize (3:11)
six o'clock sex time (4:15)

look out, there's a monster coming (14:21)
spanish fly (3:00)
i'm in love with my swine (5:43)
artificial insemination (2:44)

something to hide (4:35)
uh! (nothing i can do) (8:15)
break (1:05)
the ghost in the invisible bikini (7:26)
make use of the years (0:47)
why not? (2:37)
appendage (1:16)

1986

Dr. Strangelove (Ilse Kilic)
Fem Diriö (Bernhard Kölbersberger)
Gai Saber (Fritz Widhalm)

D.F.W.-Records + .werkschaft

the terrifying transylvanian trek: instrumental. kürbisflöte, regentonne und gitarre. das fröhliche wohnzimmer spielt filmmusik und verneigt sich tief vor ennio morricone. hi, hi. eigentlich so wenig gruselig, dass es schon wieder gruselig ist.
allright-allwrong: pop at its best. ein song übers besserwissen, männlich natürlich. die gitarre summt wie biene maja, das schlagwerk rumpelt rhythmisch dahin und ilse singt. eine flöte zwitschert auch manchmal dazwischen. absolut perfekt.
pleasure zone: ein cello spielt verzweiflung, die gitarre kreischt und bernhard kämpft ums überleben. zwischendurch rockt es ganz kräftig, kurz zumindest. ein schauerroman im groschenheftformat.
cum on feel the noize: stimmen schwirren durch den raum, eine flöte dreht durch und manchmal auf. das ganze stück musik wird von einem tief brummelnden bass zusammengehalten, auf händen getragen: „i wanna be a virgin“.
six o’clock sex time: fritz lässt sich den titel auf der zunge zergehen. es blubbert orgiastisch und die gitarre zirpt dazu: „a be bu und draus bist du“. nackte körper klatschen rhythmisch gegeneinander.
look out, there’s a monster coming: monster schleichen durch die nacht und geben komische laute von sich. oder ists der chor der reitenden leichen. keine ahnung. irgendwie macht es angst.
spanish fly: simpler rhythmus. die spanische fliege surrt und sirrt. ein gebet, dann gerät die gitarre in ekstase.
i’m in love with my swine: very indisch. george harrison goes ravi shankar. melancholisches brummen und rauschen. mickymausstimmen und fritz nuschelt von seiner liebe zu einem schwein oder gehts gar um verbotenen animalsex: “the big pig lalala”.
artificial insemination: gläser klirren, die gitarre schafft ordnung. bernhard jodelt von kinderwunsch und künstlicher befruchtung. die jungfrau spielt auch wieder mit.
something to hide: ein popsong über etwas zum verstecken und bellende hunde. drei äußerst dramatische stimmen und die gitarre heult wie ein rudel hungriger wölfe. eine glasorgel und eine geige geben fülle und schmalz.
uh! (nothing i can do): bernhard und fritz go oper. huch. fritz kippt, nein, nicht vom stuhl, sondern in die depression. auch gitarre und schlagwerk scheinen da nicht viel zu helfen, obwohl sie zeitweise durchaus heftig zur sache kommen: „nothing, nothing, nothing“.
break: kurzes gitarren-, geigenintermezzo.
the ghost in the invisible bikini: rhythmisches knistern und knastern. viel wind und verblasene stimmen. merzbow lässt grüssen. ein sound zum süchtig werden.
make use of the years: ilse versucht, wieder etwas pop in die düstere geräuschkulisse zu schummeln. gelingt nur sehr sehr kurz.
why not?: fritz fragt sich “warum nicht?” eben. ein bisschen pop kann nie schaden.
appendage: (fast) ein popsong über die freuden des oralverkehrs. weiter so.

tolles b-movie mit viel monstersounds und einigen ausflügen in popgefilde. schwerstens empfohlen von eurem allseits beliebten und geliebten Konrad!